- 15. Juli 2026
AFG – Abiball -„ABBI – The Winner Takes It All“: Feierlicher und humorvoller Abschied vom Anne-Frank-Gymnasium
Unter dem musikalischen Motto „ABBI – The Winner Takes It All“ feierten 29 Abiturienten des Anne-Frank-Gymnasiums am Freitagabend in der festlich geschmückten Stadthalle die Übergabe ihrer Reifezeugnisse und das Ende ihrer Schulzeit.
„The Winner Takes It All“, zu Deutsch „Der Gewinner bekommt alles“, ist eine Ballade der schwedischen Popgruppe ABBA aus dem Jahr 1980, die passenderweise das Ende einer Beziehung thematisiert. Auch für die 29 Absolventen ging eine prägende Etappe ihres Lebens zu Ende: zwölf Jahre Schule, davon acht Jahre am Anne-Frank-Gymnasium.
Jahrgangsbeste ist Hannah Engl mit einem Traumschnitt von 1,0. Der Gesamtdurchschnitt des Abiturjahrgangs liegt bei 2,27. Rund ein Drittel der Absolventen erreichte eine Eins vor dem Komma. Mit viel Charme führten Emma Beik und Johanna Müller durch das feierliche und humorvolle Programm.
„Dem Satz ‚The Winner Takes It All‘ muss ich widersprechen – der Gewinner bekommt nicht alles“, leitete Schulleiter Thomas Müller-Teufel seine Ansprache ein. Der Gewinner des Lebens sei nicht zwangsläufig der Mensch mit dem höchsten Einkommen, dem größten Haus oder den meisten Titeln. Der wahre Gewinner sei vielmehr derjenige, der neugierig und bescheiden bleibe, obwohl er viel wisse und erfolgreich sei, der Verantwortung übernehme, auch wenn dies unbequem sei, und der andere Menschen auf seinen Weg mitnehme.
Weiter gab Müller-Teufel den Abiturienten den bewegenden Satz von Anne Frank, deren Namen das Gymnasium trägt, mit auf den Weg: „Wie wunderbar ist es, dass niemand auch nur einen Augenblick warten muss, um damit zu beginnen, die Welt zu verbessern.“ Die Gesellschaft brauche kluge und verantwortungsbewusste Menschen, die den Mut hätten, ihre eigene Meinung zu vertreten und ihren eigenen Weg zu gehen. Auch „I Have a Dream“ sei vielleicht einer der zeitlosesten Songs von ABBA, schlug der Schulleiter erneut den Bogen zum diesjährigen Motto. Schließlich beginne jeder bedeutende Weg und jede wissenschaftliche Entdeckung mit einem Traum. Neben seinen Glückwünschen erinnerte Müller-Teufel daran, dass jedes Abitur viele Handschriften trage. Sein Dank galt deshalb dem Lehrerkollegium, den Eltern, Familien und Freunden, den Vereinen und Institutionen sowie der Stadt Rheinau.
Mit der augenzwinkernden Korrektur, eigentlich müsse es an diesem Abend „The Winners Take It All“ heißen, überbrachte Bürgermeister Christian Francken die Glückwünsche aus dem Rathaus. „Ihr habt euch etwas ganz Besonderes erarbeitet und aktiv etwas Großes geleistet“, betonte er. Die Abiturienten dürften sich nun in das „Auto des Lebens“ setzen, den Motor starten und losfahren. „Ab diesem Punkt entscheidet ihr, in welche Richtung und wie schnell ihr fahren wollt, ob ihr Umwege nehmt, die Fahrt genießt und wer neben euch und vielleicht irgendwann auch hinter euch sitzt“, sagte er. All diese Möglichkeiten habe ihnen der Schulabschluss, als erster großer Schritt in ihrem Leben, eröffnet. Der Bürgermeister wünschte den Absolventen viel Erfolg und gute Entscheidungen. Zugleich erinnerte er daran, dass das Leben nicht nur aus Einbahnstraßen oder Autobahnen bestehe. Man könne auch einmal in einen Stau geraten oder das Auto könne die eine oder andere Beule davontragen. Ebenso gehörten Spurwechsel, Ausfahrten und manchmal sogar ein vollständiger Richtungswechsel dazu.
„Liebe Abiturienten, ihr habt in den vergangenen zwölf Jahren nicht nur Wissen aufgenommen, Vokabeln gebüffelt und Formeln gelernt – ihr habt euch zu Persönlichkeiten entwickelt, zu Menschen mit Ideen, Träumen und Meinungen“, gratulierte die Elternbeiratsvorsitzende Silke Kress. Die Eltern hätten ihre Kinder während dieser Zeit mit Sorge, Hoffnung und vor allem mit Stolz begleitet. Ihr Dank galt ebenso den Lehrkräften, die aus einem „Haufen pubertierender Teenager“ echte Persönlichkeiten und kluge Köpfe gemacht hätten. Da das Leben außerhalb der Schule bekanntlich kein Ponyhof sei, hatte Kress für alle eine selbst gefertigte Seife mitgebracht. Denn auf dem Weg zum Erfolg könne es schon einmal schmutzig werden. Man müsse sich durchbeißen, schwitzen und gelegentlich den Schmutz von den Händen waschen, wenn etwas schiefgegangen sei. Dabei handelte es sich nicht um gewöhnliche Seifen: Jede enthielt einen Glückscent und ein Rubbellos – als Symbole für ein solides Fundament und für die Abenteuer, die vor den jungen Menschen liegen. „Wir sind unendlich stolz auf euch. Feiert heute den bisher größten Sieg eures Lebens“, gratulierte Kress abschließend im Namen aller Eltern.
Es folgte die feierliche Übergabe der Abiturzeugnisse. Unter dem Applaus der Gäste schritten die Absolventen in ihrer selbst gewählten Reihenfolge und zu ihrer persönlichen Wunschmusik einzeln, paarweise oder zu dritt durch die Halle zur Bühne.
Sehr humorvoll und ebenfalls mit Bezug zum ABBA-Motto plauderten anschließend die Lehrkräfte Nadine Duhayer, Stefan Baier und Vanessa Schuhladen aus dem Schulalltag. Mit den Worten „Gewinner seid ihr alle“ wünschten sie ihren ehemaligen Schülern alles Gute für die Zukunft.
Nach der Pause mit Buffet ließen Luisa Riedinger und Anika Roß in ihrer gereimten Abiturrede die „schöne und interessante“ gemeinsame Schulzeit Revue passieren. Mit Dankbarkeit und etwas Wehmut, zugleich jedoch voller Vorfreude auf die Zukunft, erinnerten sie an zahlreiche gemeinsame Erlebnisse. Anschließend wurden die Lehrkräfte mit persönlichen Dankesworten der jeweiligen Kursteilnehmer sowie mit Geschenken bedacht. Bei einem „Kahoot“-Quiz konnten sie danach unter Beweis stellen, wer die Schüler am besten kannte.
Für weitere Lacher sorgte der humorvolle Abiturfilm. Mit dem abschließenden Tanz, in den zur großen Freude der Gäste auch ein Männerballett integriert war, brachten die Abiturienten den Saal schließlich regelrecht zum Toben. Schnell war klar: Die Stars des Abends durften die Bühne erst nach einer vollständigen Zugabe wieder verlassen.
Preise der Stadt Rheinau: Abiturbeste mit 1,0: Hannah Engel, soziales Engagement: Luisa Riedinger und Daniel-Levy-Preis: Cedric Speierer.
Weitere Preise: Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung: Hannah Engel, Fachschaftspreis Biologie: Hannah Friedel, Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker: Leoni Markert, Spanisch-Fachschaftspreis: Sonia Puscau, Französisch-Fachschaftspreis: Hannah Engel, Schulpreis Gemeinschaftskunde: Anika Roß, Landesethikpreis: Hannah Engel, Otto Dix Abiturpreis (Bildende Kunst): Hannah Engel und Kultur-Preis (Musik): Luisa Riedinger. Für die angesehene Studienstiftung des Deutschen Volkes, die ideell und finanziell beim Studium unterstützt, wurde Cedric Speierer vorgeschlagen.
Text und Fotos (außer letztes Foto): Ellen Matzat-Sauter
